Finanzen als Eltern: 5 Geldfragen, die ihr gemeinsam klären solltet

Ein Kind verändert vieles. Den Alltag, die Prioritäten, die Zeit, die man für sich selbst hat. Und natürlich auch die Finanzen.
Seit ich selbst Mami bin, merke ich, dass ich über manche Geldfragen anders nachdenke. Nicht unbedingt mehr als früher, aber bewusster.
Plötzlich geht es nicht mehr nur darum, wie viel Geld Ende Monat übrig bleibt. Sondern auch darum, wie wir als Familie finanziell aufgestellt sind. Wer übernimmt welche Verantwortung? Was passiert, wenn jemand weniger arbeitet? Und wie schaffen wir es, dass beide Elternteile finanziell selbstständig bleiben?
Gerade bei Familienfinanzen gibt es nicht die eine richtige Lösung. Aber es gibt Fragen, über die sich jedes Paar Gedanken machen sollte.
1. Wie organisieren wir unser Familienbudget?
Mit einem Kind verändern sich die Ausgaben. Kita, Krankenkasse, Kleidung, Lebensmittel und vielleicht irgendwann Hobbys. Gleichzeitig verändert sich häufig auch das Einkommen, weil ein Elternteil oder beide ihr Arbeitspensum reduzieren.
Deshalb lohnt es sich, das Familienbudget neu anzuschauen.
Dabei geht es nicht nur darum, alle Ausgaben aufzulisten. Sondern auch darum, gemeinsam zu entscheiden, wie ihr diese aufteilt.
Bezahlt jede Person die Hälfte? Oder beteiligt ihr euch entsprechend eurem Einkommen? Habt ihr ein gemeinsames Konto für Familienausgaben?
Eine Aufteilung von 50:50 klingt auf den ersten Blick fair. Wenn eine Person aber deutlich weniger verdient, weil sie mehr Kinderbetreuung übernimmt, kann eine hälftige Aufteilung zu sehr unterschiedlichen finanziellen Spielräumen führen.
Meine Empfehlung: Sprecht nicht nur darüber, wer welche Rechnung bezahlt. Sondern auch darüber, wie viel Geld jeder Person am Ende des Monats zur freien Verfügung bleibt.
2. Was bedeutet Teilzeit für unsere Vorsorge?
Teilzeit ist für viele Familien eine praktische Lösung, um Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung zu vereinbaren.
Was dabei manchmal vergessen geht: Weniger arbeiten bedeutet meistens auch weniger Einkommen. Und das kann sich langfristig auf die Altersvorsorge auswirken.
Besonders bei der Pensionskasse können die Auswirkungen erheblich sein. Denn wie viel Lohn versichert ist, hängt unter anderem vom Einkommen, vom Vorsorgeplan und vom Koordinationsabzug ab.
Ein tieferes Pensum kann deshalb dazu führen, dass deutlich weniger Alterskapital aufgebaut wird.
Auch bei der AHV lohnt sich ein genauer Blick. Denn die Auswirkungen hängen von der persönlichen Situation ab. Beispielsweise davon, ob jemand weiterhin erwerbstätig ist, wie hoch die Beiträge sind und ob eine Ehe besteht.
Was ihr gemeinsam anschauen könnt:
Wie verändert sich unsere Vorsorge durch Teilzeitarbeit?
Wie viel Alterskapital bauen wir voraussichtlich auf?
Können und wollen wir Vorsorgelücken gemeinsam ausgleichen?
Welche Möglichkeiten bietet unsere Pensionskasse?
Es geht nicht darum, dass niemand Teilzeit arbeiten sollte. Sondern darum, die finanziellen Folgen zu kennen und bewusst zu entscheiden!!
3. Wie verteilen wir Care-Arbeit und finanzielle Verantwortung?
Kinder betreuen, Termine organisieren, einkaufen, kochen, den Familienalltag planen: All das ist Arbeit.
Nur wird diese Arbeit meistens nicht bezahlt.
Wenn eine Person deshalb ihr Erwerbspensum reduziert, übernimmt sie einen grösseren Teil der unbezahlten Familienarbeit. Die andere Person kann dafür möglicherweise weiterhin mehr verdienen und ihre berufliche Vorsorge aufbauen.
Das ist nicht automatisch unfair. Problematisch kann es aber werden, wenn die langfristigen finanziellen Auswirkungen nicht gemeinsam getragen werden.
Ich finde deshalb, dass wir Care-Arbeit auch als finanzielles Thema betrachten sollten.
Vielleicht bedeutet das, dass der Elternteil mit dem höheren Einkommen einen grösseren Teil der Familienausgaben übernimmt. Oder dass ihr gemeinsam zusätzliche Vorsorge für die Person mit dem tieferen Pensum aufbaut.
Welche Lösung passt, ist individuell.
Wichtig ist, dass beide verstehen, welche finanziellen Folgen ihre Aufgabenteilung hat!
4. Wie viel eigenes Geld braucht jede Person?
Gemeinsame Finanzen können vieles einfacher machen. Trotzdem finde ich es wichtig, dass beide Elternteile einen eigenen finanziellen Spielraum haben.
Geld, über das man selbst entscheiden kann.
Ohne sich für jede Ausgabe rechtfertigen zu müssen.
Das kann ein eigenes Konto sein, ein monatlich vereinbarter Betrag oder eine andere Lösung, die für beide stimmt.
Dabei muss nicht jede Person gleich viel verdienen, um gleichberechtigt über Geld entscheiden zu können.
Gerade wenn eine Person mehr unbezahlte Familienarbeit übernimmt, lohnt es sich, diese Frage bewusst anzusprechen.
Denn finanzielle Selbstständigkeit bedeutet für mich nicht, dass man alles alleine bezahlen muss.
Sondern dass man mitentscheiden kann und eigene Handlungsmöglichkeiten behält.
5. Sind wir als Familie finanziell abgesichert?
Mit einem Kind wird auch die Frage nach der finanziellen Absicherung wichtiger.
Was passiert, wenn ein Einkommen plötzlich wegfällt? Wenn jemand längere Zeit krank wird oder nicht mehr arbeiten kann?
Nicht jedes Risiko lässt sich vollständig absichern. Und nicht für jede Familie ist dieselbe Lösung sinnvoll.
Trotzdem lohnt es sich, einige grundlegende Punkte anzuschauen:
Haben wir genügend finanzielle Reserven für unerwartete Ausgaben?
Welche Leistungen erhalten wir bei Krankheit, Unfall oder Invalidität?
Wie wären unser Kind und der andere Elternteil im Todesfall abgesichert?
Sind unsere Begünstigungen und Vorsorgeunterlagen aktuell?
Bevor ihr zusätzliche Versicherungen abschliesst, solltet ihr zuerst verstehen, welche Leistungen bereits über die AHV, die Pensionskasse, den Arbeitgeber oder bestehende Versicherungen abgedeckt sind.
Denn gute finanzielle Absicherung bedeutet nicht, möglichst viele Versicherungen zu besitzen.
Sondern die eigenen Risiken und vorhandenen Leistungen zu kennen.
Finanzen als Eltern: Es geht nicht nur um Zahlen
Seit ich Mami bin, ist mir noch bewusster geworden, dass Geld in einer Familie viel mit Verantwortung zu tun hat.
Mit Vertrauen. Mit Fairness. Und mit der Frage, wie wir unser gemeinsames Leben gestalten möchten.
Ich glaube nicht, dass Eltern ihre Finanzen perfekt organisieren müssen.
Aber ich finde, wir sollten offen darüber sprechen.
Nicht erst dann, wenn Geld zum Problem wird.
Sondern schon vorher.
Denn am Ende geht es nicht darum, dass jede Familie dasselbe Modell wählt. Sondern darum, dass beide Elternteile ihre Möglichkeiten kennen und gemeinsam Entscheidungen treffen können....
Du möchtest eure Familienfinanzen besser verstehen?
Vielleicht habt ihr euch schon Gedanken über Teilzeit, Vorsorge oder euer gemeinsames Budget gemacht. Aber ihr wisst noch nicht genau, welche Fragen ihr zuerst klären solltet.
In meiner Finanzsprechstunde bei STUTZ MIT DELIA.- unterstütze ich dich dabei, finanzielle Zusammenhänge zu verstehen, eure Fragen zu strukturieren und fundierte Entscheidungen vorzubereiten.
Denn du musst nicht alles über Finanzen wissen.
Aber du solltest verstehen, welche Möglichkeiten du hast.
Deine Delia



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