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Kinder, Liebe und Finanzen: Warum die Ehe in der Schweiz oft die bessere Absicherung ist?

  • Autorenbild: Delia Bohren
    Delia Bohren
  • vor 12 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit


Viele Paare in meinem Umfeld leben im Konkubinat. Das passt zum Zeitgeist. Man liebt sich, man teilt den Alltag, vielleicht sogar eine Wohnung oder ein Haus. Eine Hochzeit wirkt für viele fast etwas altmodisch.

Doch sobald Kinder ins Spiel kommen, verändert sich die Situation grundlegend. Nicht emotional, sondern finanziell und rechtlich.

Und genau darüber wird erstaunlich wenig gesprochen.


Kinder verändern die finanzielle Realität


Mit einem Kind verändern sich Rollen, Arbeitsmodelle und Einkommen. Sehr häufig reduziert ein Elternteil das Pensum. In den meisten Fällen ist es immer noch die Mutter.

Das hat Konsequenzen für Einkommen, Vorsorge und langfristige finanzielle Sicherheit.

Viele Paare organisieren den Alltag sehr partnerschaftlich. Aber das Schweizer Rechtssystem denkt in vielen Bereichen noch klassisch. Und genau dort entstehen Unterschiede zwischen Ehe und Konkubinat.


Die grosse Lücke im Konkubinat

Im Konkubinat gilt rechtlich: zwei Einzelpersonen.

Das bedeutet:

  • Keine automatische Absicherung über die AHV

  • Keine Witwen oder Witwerrente

  • Kein gesetzliches Erbrecht

  • Keine automatische Teilung von Vorsorgeguthaben

Wenn also ein Partner stirbt oder die Beziehung endet, kann das grosse finanzielle Konsequenzen haben.

Besonders dann, wenn ein Elternteil wegen der Kinder weniger arbeitet.


AHV: Ein oft unterschätzter Unterschied


Ein wichtiger Punkt ist die AHV.

Bei verheirateten Paaren werden während der Ehe die Einkommen gesplittet. Das bedeutet, dass beide Partner für die Berechnung der AHV-Rente berücksichtigt werden, auch wenn einer weniger verdient hat.

Zusätzlich profitieren Ehepaare von Erziehungsgutschriften. Diese werden ebenfalls zwischen den Ehepartnern aufgeteilt.

Im Konkubinat passiert das nicht automatisch.

Wenn also ein Elternteil länger Teilzeit arbeitet oder ganz pausiert, kann das später zu einer deutlich tieferen Altersrente führen.


Witwen- und Witwerrenten


Ein weiterer grosser Unterschied zeigt sich im schlimmsten Fall: beim Tod eines Partners.

In der Ehe gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrenten der AHV, besonders wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind.

Im Konkubinat gibt es diesen Anspruch nicht.

Das bedeutet: Der überlebende Partner steht finanziell oft deutlich schlechter da, wenn keine zusätzlichen Absicherungen getroffen wurden.


Auch beim Erben gibt es Unterschiede


Viele glauben, dass der Partner automatisch erbt. Das stimmt aber nur in der Ehe.

Im Konkubinat gilt:

Der Partner erbt gar nichts, wenn kein Testament vorhanden ist.

Das Vermögen geht stattdessen an die Kinder oder an andere gesetzliche Erben.

Gerade mit kleinen Kindern kann das zu komplizierten Situationen führen.


Heiraten aus Liebe oder aus Vernunft?


Natürlich sollte niemand nur aus finanziellen Gründen heiraten.

Aber es lohnt sich, die Realität zu kennen.

Die Ehe ist in der Schweiz nicht nur ein romantisches Versprechen. Sie ist auch ein rechtlicher Rahmen, der Familien in vielen Situationen automatisch absichert.

Wer im Konkubinat lebt, kann vieles regeln. Zum Beispiel mit einem Testament, einem Konkubinatsvertrag oder zusätzlichen Versicherungen.

Aber man muss sich aktiv darum kümmern.

Und genau das vergessen viele.


Mein Fazit


Ich finde es wichtig, dass Paare frei entscheiden können, wie sie leben möchten. Ehe oder Konkubinat ist eine persönliche Entscheidung.

Aber mit Kindern wird diese Entscheidung auch zu einer finanziellen.

Darum gehört für mich zur Familienplanung nicht nur die Frage nach Kita, Arbeitsmodell oder Wohnort.

Sondern auch diese:

Wie sind wir als Familie eigentlich abgesichert?

Denn Liebe ist wichtig.Aber finanzielle Sicherheit auch.


Was ist deine Lösung?

Deine Delia

Brautstrauss

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