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Mansplaining & Opferverschiebung:Warum bei KI-Nacktbildern nicht die Betroffenen das Problem sind

  • Autorenbild: Delia Bohren
    Delia Bohren
  • vor 8 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit


Einleitung: Schon wieder dieselbe Leier


Künstlich erstellte Nacktbilder von Mädchen und Frauen sind keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Der aktuelle Bericht von SRF zeigt eindrücklich: An Schweizer Schulen werden mit KI intime Bilder von Mitschülerinnen erstellt und verbreitet – ohne Einwilligung, ohne Konsequenzen für die Täter, aber mit massiven Folgen für die Betroffenen.

Und was passiert danach?

Die Diskussion dreht sich nicht um Täter, Verantwortung oder Konsequenzen.Sondern um Verhaltensregeln für die Opfer.

Willkommen bei Mansplaining und Opferverschiebung.


Was hier wirklich passiert: Digitale sexualisierte Gewalt


Machen wir es klar:KI-Nacktbilder sind keine Streiche, keine Mutprobe und kein technisches Spielzeug.Sie sind eine neue Form sexualisierter Gewalt.

Die Betroffenen verlieren:

  • ihre Kontrolle über den eigenen Körper

  • ihre Sicherheit im Schulalltag

  • ihr Vertrauen in Institutionen

Die Täter?Bleiben oft anonym, werden verharmlost oder gar nicht benannt.


Mansplaining: Wenn Männer Frauen erklären, wie sie sich schützen sollen


Kaum ist das Thema öffentlich, kommen sie zuverlässig:

  • „Man sollte halt keine Fotos hochladen.“

  • „Mädchen müssen lernen, vorsichtiger zu sein.“

  • „Die Technik ist halt da – man kann sie nicht aufhalten.“

Das ist Mansplaining in Reinform.

Männer erklären Frauen, wie sie sich verhalten sollen,anstatt Männer zur Verantwortung zu ziehen, die Gewalt ausüben.


Opferverschiebung: Wenn Verantwortung falsch verteilt wird


Opferverschiebung bedeutet:

Nicht die Tat steht im Zentrum, sondern das Verhalten der Betroffenen.

In der Debatte um KI-Nacktbilder zeigt sich das glasklar:

  • Warum hat sie Social Media?

  • Warum war sie online sichtbar?

  • Warum hat sie sich nicht besser geschützt?

Die richtige Frage wäre:👉 Warum erstellen (junge) Männer solche Bilder?👉 Warum greifen Schulen und Justiz nicht konsequent ein?


Ja, wir müssen es sagen: Die Täter sind (meist) Jungen

Es ist unbequem – aber notwendig.

Die Täter sind überwiegend männlich.Oft sehr jung.Und genau deshalb wird ihr Verhalten relativiert.

„Buben halt.“„Unreif.“„Sie wissen es nicht besser.“

Doch genau dieses Wegschauen ist Teil des Problems.


Täterschutz statt Konsequenzen – ein strukturelles Versagen


Solange wir:

  • von „Prävention für Mädchen“ sprechen

  • statt von Sanktionen für Täter

  • solange wir Technik problematisieren

  • statt Machtmissbrauch

… wird sich nichts ändern.

Gesellschaftlicher Wandel beginnt dort, wo wir Täter benennen,nicht dort, wo wir Opfer optimieren wollen.


Was jetzt wirklich nötig wäre...


  1. Klare Benennung der Taten als sexualisierte Gewalt

  2. Verbindliche Konsequenzen für Täter – auch an Schulen

  3. Geschlechterperspektive in der Berichterstattung

  4. Weg vom Opferschutz-Reflex, hin zur Täterverantwortung


Fazit: Das Problem sind nicht die Bilder – sondern die Strukturen


KI ist nicht das Problem.Das Problem ist eine Gesellschaft, die männliche Grenzüberschreitungen entschuldigtund weibliche Betroffene belehrt.

Solange Mansplaining und Opferverschiebung die Debatte dominieren,bleiben Täter unsichtbar – und Opfer allein.

Und genau das müssen wir ändern.


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Frau arbeitet an einem Laptop
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